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>> Der Vogelzug im Klimawandel >> Infopool >> Vogelzug >> Gefährdung der Zugvögel
Stromtod
Die Veränderung der Umweltbedingungen durch uns Menschen stellt eine Gefahr sowohl für Zug- als auch für Standvögel dar. Laut „Roter Liste“ sind in Deutschland 55% der Vogelarten bedroht, und der überwiegende Teil davon sind Zugvögel. Zugvögel sind besonders gefährdet, weil sie mit veränderten Umweltbedingungen in mehreren verschiedenen Lebensräumen klarkommen müssen: in ihren Brutgebieten, Rastplätzen, Durchzugsgebieten und Wintergebieten.
In all diesen Gebieten sind die Tiere zunächst von Umweltveränderungen betroffen, die ihre Nahrungs- und Lebensraumgrundlagen gefährden können. Die Lebensräume werden z.B. durch intensive landwirtschaftliche Nutzungsformen für Vögel weniger gut nutzbar, z.B. durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, Überweidung und Umwandlung von Wiesen in Ackerland. Dies gilt für die Entwässerung mitteleuropäischer Auenlandschaften ebenso wie für das Anlegen von Maisfeldern und Baumwollplantagen in Afrika. Erhebliche Zerstörung von Lebensräumen entsteht auch in Folge von Überbauung für Wohnanlagen und Straßen sowie durch Veränderung von Flusslandschaften, z.B. durch große Staudämme. Solche Entwicklungen schädigen Zugvögel in den Brut- und Wintergebieten und machen es immer schwieriger, naturbelassene Rastplätze auf der Zugstrecke zu finden. Vögel sind außerdem von direkten Bedrohungen betroffen. Dazu gehören Umweltgifte, z.B. durch Biozide, die in der Land- und Forstwirtschaft oft noch verwendet werden und in Folge menschlicher Aktivitäten freigesetzt werden. Auch Chemikalien aus Industrieabfällen, wie z.B. PBC bedrohen die Vögel, diese Gifte führen insbesondere zur Erhöhung der Embryonen- Sterblichkeit. Während der Zugstrecken müssen die Tiere eine Menge neue Gefahren überwinden. Der Anflug auf Freileitungen führt insbesondere bei größeren Vogelarten immer wieder zum Stromtod.
Wichtige Zugstrecken und Rastgebiete finden sich besonders entlang von Meeresküsten und Binnengewässern. Solche Gebiete sind leider auch für Menschen besonders attraktiv, und so macht der wachsende Tourismus macht den Zugvögeln zu schaffen. Küstengebiete werden mit Hotels und Ferienanlagen verbaut, und die Freizeitaktiväten von immer mehr Menschen stören den Lebensablauf der Vögel, z.B. den Aufbau von Fettreserven für den Weiterzug.
Große Sorgen bereiten klimatische Faktoren wie die Veränderung der Jahreszeiten und immer häufigeres Auftreten extremer Wetterlagen. Dies gilt für Menschen, die z.B. von Dürren in Afrika bedroht sind, aber auch für die Tier- und Pflanzenwelt. Ausführlichere Infos zu der Bedrohung der Zugvögel durch den Klimawandel findet ihr in unseren anderen Texten.
Katrin Mayntz & Alexander Balmert
Quellen: